Opera / Theatre

Opernhaus Zürich

Erste Christie Terra-Installation in EMEA debütiert bei „L‘incoronazione di Poppea“ an der Oper Zürich

Wie stellt man eine durch und durch verderbte und eitel-narzisstische Gesellschaft am besten auf der Bühne dar? Vor dieser Frage stand die Oper Zürich bei der Inszenierung von Claudio Monteverdis Stück „L’incoronazione di Poppea“. Die Antwort? Man hält ihr den Spiegel vor! Das Stück griff die aktuelle Selfie-Kultur auf und ließ die Darsteller in Übergröße auf die verschiedenen Bildwände des Saals projizieren.

Für die technische Umsetzung vertraute das renommierte Opernhaus einmal mehr auf Technologien aus dem Hause Christie. Bereits seit längerem haben sich Christie Boxer 4K30-Projektoren zusammen mit Christie Pandoras Box-Servern bei den aufwändigen Inszenierungen als zuverlässige Säule der Videotechnik bewährt. Jetzt stockte man die vorhandene Christie-Infrastruktur auf. Mit dem AV-over-IP basierten Christie Terra System werden die 4K Videosignale – auf Basis der SDVoE-Technologie (Software Defined Video over Ethernet) gewechselt, skaliert und erweitert. Es ist die erste Installation dieser Art im EMEA Raum (Europa, Nahost und Afrika).

Die Oper Zürich hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass man die Kontroverse nicht scheut. Immer wieder machte das traditionsreiche und preisgekrönte Haus durch den kreativen Einsatz neuester Technologien von sich reden. Nicht umsonst wurde man dafür u. a. 2014 als Opera Company of the Year bei den International Opera Awards ausgezeichnet.

Auch in der Inszenierung der 1643 uraufgeführten „Poppea“ des Spaniers Calixto Bieito, der sich als Regisseur radikal-expressiver Operninszenierungen einen Namen gemacht hat, sollte dies nicht anders sein. Dramatische Szenen und große, im Portrait- und Querformat, live-und vorproduzierte Bilder der auf den ellipsenförmigen Bühnen-Laufsteg rund um das Orchester laufenden Darsteller, wurden auf den überdimensionierten Bildwänden unterschiedlicher Größe projiziert. Eine 4K Projektionslösung, vollständig mit einer Medienwiedergabe und einem AV-over-IP System war daher für diese Produktion ideal.

„Für die 14 Screens, Monitore oder LED-Wände einzusetzen, wäre zu viel Aufwand gewesen“, erläutert Elfried Roller, Stellvertretender Leiter der Beleuchtung der Oper Zürich. So sei man auf die Idee gekommen, diese aus der gegenüberliegenden Loge mit einem Christie Boxer 4K30 im Schallschutzcase hochkant zu bespielen. Eine 1080p-Zuspielung wäre für die einzelnen Screens zu wenig gewesen, sodass nur eine native 4K-Zuspielung in Frage kam. Roller lachend: „Jetzt musste nur noch die Glasfaserstrecke und Pandoras Box angepasst werden“.

Für die Content-Zuspielung kam Christie Pandoras Box zusammen mit dem Christie Widget Designer zum Einsatz. Für die verbesserte Speicherkapazität der native 4K-Zuspielung wurden drei Server auf Quad und PK3 (SSD) umgerüstet.

Christie-Partner smARTec lieferte insgesamt neun Terra Transmitter, sieben Terra Receiver, und zwei Terra Controller (einen aus Redundanzgründen) zur Steuerung der Datenübertragung von den Sendern zu den Empfängern. Zusätzlich wurde ein Multiviewer zur Voransicht des Contents eingesetzt. Terra überträgt die Daten, also die Bilder für das Videomapping und die Bühnenprojektionen von den Christie Pandoras Box Servern und den Kameras artefaktfrei über das 10G Ethernet an die Christie Boxer 4K30 Projektoren und die Vorschaumonitore der Regie.

Roller: „Wir waren schon länger auf der Suche nach einer neuen Glasfaser Sendestrecke mit der Möglichkeit 4K auf Multimode zu übertragen, da kam uns das Terra-System sehr gelegen.“ Christie Terra ermöglicht nicht nur die latenzfreie Übertragung der nativen 4K-Signale (4:4:4 bei 60 Hz), sondern stellt auch die mehrfache Verwendung der Eingangssignale für Splittscreen sicher. Eine LWL-Kreuzschiene bzw. ein Umstecken ist nicht mehr erforderlich. „Die Möglichkeit der Splittscreens, die Vorschau der Projektion und der Live-Kameras in der Regie erleichter uns die Arbeit enorm“, so Roller.

Terra bietet eine hoch-effiziente Methode für jedwede Kombination von Sendern und Empfängern in einem Netzwerk. Multi-view-Monitore können einfach durch die Ergänzung eines zusätzlichen Empfängers eingefügt werden, im Gegensatz zu traditionellen Systemen bei denen wesentlich mehr Ausgänge für die zusätzlichen Multiview Monitore benötigt werden.

Ihr Debüt bei der jüngsten Inszenierung von Calixto Bieto haben die neuen Terra-Systeme erfolgreich gemeistert. Die Übertragungstechnologie wurde inzwischen ebenfalls in vielen weiteren Produktionen eingesetzt. „Wir waren mit der Komplettlösung aus Servern, Sendestrecke und Projektoren sehr zufrieden. Alles aus einer Hand zu bekommen ist auch dann sehr angenehm, wenn es im Bühnenalltag zu Fragen oder auch mal zu einem Fehlerfall kommt“, schließt Roller.

Markus Mathis von Christie-Partner smARTec: „Wir freuen uns sehr, dass uns die Oper Zürich auch für die aktuelle Ergänzung des AV-Systems ausgewählt hat. Die von uns gelieferten Christie Boxer 4K30 gehören ja schon seit längerem zum Inventar.“ Für die Zukunft sieht er mit der aktuellen Terra-Übertragungslösung viele weitere Einsatzmöglichkeiten: „Wenn es in Zukunft eine direkte Inputkarte für den Projektor gibt, wird dies die Workflows mit der Lösung für den Kunden noch einmal vereinfachen“, so Mathis.